Loch after Lock-Down

Der Lockdown hat uns soviel soziale Aktivität, Party und Gruppengefühl beschert, wie nicht zuvor auf dieser Reise und auch zuhause seit langer Zeit nicht mehr. Die Erwachsenen haben viel gefeiert, die Teenager haben eigentlich durchgehend getanzt oder im Wasser gespielt, es war einfach großartig. Ich kann zumindest für mich sagen, dass der Lock-Down erforderlich war für einen echten Slow-Down. Wir konnten nicht weiter, wir konnten nichts erkunden, wir konnten keine weiteren Schritte planen. Und wenn man nichts machen kann, muss man auch nichts machen. Alle waren mehr im hier und jetzt, weniger bei dem was kommen möge. Es kehrte eine große Ruhe ein und prägte unsere eingeschlossene Gemeinschaft.

Nun sind so ziemlich alle weg: Moonfleet mit seinen drei Jungs, Recipe mit den drei Mädchen und Wildest Dreams mit Isabell. Alle sind in Richtung USA unterwegs, wo sie entweder nach Hause wollen oder ihr Boot aus dem Hurricane-Gürtel bringen müssen. Bei uns bleibt eine gewisse Katerstimmung, plötzlich sind wir wieder nur wir vier. Jede(r) hat so seine Art damit umzugehen. Enno konzentriert sich aufs Skateboardfahren, um wieder an etwas zu trainieren, Lennard feiert das Datenvolumen mit Youtube ab und Caro und ich beschäftigen uns mit dem Bootsverkauf bzw. der weiteren Planung. Das fühlt sich nicht so aufregend an, wie die Zeit davor aber zumindest was die Planung anbetrifft kommen wir schrittweise weiter. Oder besser gesagt, wir drehen uns im Kreis und werden dabei schlauer und kommen so auch voran. Im Moment beschäftigen wir uns mit drei Fragen: Wie bzw. wo verkaufen wir das Boot? Wo lagern wir das Boot über die Hurricane-Saison? Wie kommen wir nach hause? Nachdem sich herausgestellt hat, dass British Airways zwar von Antigua nach Berlin fliegt aber wir dafür in London den Flughafen wechseln müssen während in London eine 14-tägige Quarantäne befolgt werden muss, haben wir noch einmal Martinique in Betracht gezogen. Dort liegen befreundete Segler, es gibt günstige Flüge über Paris, es gibt weniger Hurricanes, viele gute Gründe sprechen dafür. Da wir das Boot aber gern an Nordamerikaner verkaufen wollen und diese nicht nach Martinique fliegen (es gibt praktisch keine Flüge aus den USA nach Martinique), wollen wir nun doch in Antigua bleiben. Hier in English Harbour hat sich schon Admiral Nelson vor den Hurricanes versteckt und mit Chris haben wir auch jemanden gefunden, der sich um das Boot kümmert. Bleibt der Flug: Entweder schaffen die Engländer ihre Quarantäne wieder ab oder wir versuchen von hier nach Guadelopue zu fliegen und von dort nach Paris und Berlin. Irgendwie wird das schon klappen.

Wie ihr seht, holt uns so langsam die letzte Phase unserer Reise ein. Es fühlt sich alles nach Heimreise an, obwohl wir noch 6 Wochen haben. 6 Wochen klingt ganz wenig, in normalen Urlaubskontingenten gesprochen ist das natürlich ganz schön viel. Wir werden wieder zu den Kitesurf-Spots aufbrechen und wahrscheinlich noch einmal um Antigua cruisen. Andere Inseln zu besuchen ist nicht ganz einfach, da auf den meisten eine Quarantäne eingehalten werden muss und wir dann ja auch bei der Rückkehr nach Antigua neu einreisen und ggf. ebenfalls eine Quarantäne einhalten müssen. Also bleiben wir voraussichtlich hier. Einzig, wenn noch vor der Hurricane-Saison ein Käufer auftaucht, könnten sich die Pläne ändern. Es gibt ggf. einen Interessenten in St. Lucia, an dem Ort, wo wir vor inzwischen 5 ½ Monaten Land erblickt haben. Das wäre bestimmt auch eine spannende Variante, diese Reise zu beenden. Ich bin mir sicher, dass sich unser dann wahrscheinlich 4. Besuch in St. Lucia wieder ganz anders anfühlen wird als die vorherigen.

Inzwischen freuen wir uns auch alle wieder auf zuhause. Wir nehmen uns vor, etwas von der Partystimmung unseres Lockdowns mitzunehmen und das Leben in Berlin zu genießen. Ich muss mir überlegen, wie es beruflich weitergeht, wozu mir ständig neue und sich widersprechende Ideen kommen. Wahrscheinlich wird es nichts davon, ich genieße zumindest die Freiheit, neue oder auch erprobte Wege gehen zu können.

Von Monstern und Drachen

Wahrscheinlich geht es vielen von Euch ähnlich: Man kann nicht mehr ganz so einfach einkaufen, ist viel zuhause und kommt auf tolle Ideen, was man in der Küche zaubern kann. Wir liegen hier in Green Island, weit weg von der Zivilisation. Das ist gut, denn keiner kümmert sich so richtig um den Lockdown und das ist nicht gut, weil wir hier nicht einkaufen können. Also haben wir gebunkert, was man bunkern kann und uns ein Küchenmonster zugelegt. Das Küchenmonster will jeden morgen gefüttert werden und dankt es einem mit Wachstum und Fermentierung. Die Rede ist von der sogenannten „Mutter“, einer Hefekultur, die in unserem Kühlschrank lebt. Den Namen verdankt es seinem Einzug bei uns: Collin, der Skipper des Nachbarbootes und in seinem häuslichen Leben Koch war so nett, seine Mutter mit mir zu teilen. Diese weilt seit ca. 8 Monaten bei ihnen und wurde in Rom angesetzt. Er hatte meinen Teil der Mutter noch einmal gut gefüttert, damit sie einen guten Start hat was dazu führte, dass mein Schraubglas fast explodiert wäre, als es bei uns an Bord war.  Die Monstermasse quoll durch den nur leicht verschlossenen Deckel, der sich nicht mehr öffnen lies. Ich habe hektisch Löcher in den Deckel geschlagen, was zu einer Hefefontäne im Cockpit führte. Die überquellende Masse verteilte ich auf zwei Gläser und nun füttere ich jeden Tag „Hulk“ und „Bibo“, unsere Hefemonster. Die beiden leisten uns daraufhin gute Dienste. Ich habe inzwischen mehrfach Brot gebacken, Baguette, Brötchen, Zimtschnecken und als zwischenzeitliche Krönung einen mit Creme Brûlée gefüllten Streuselkuchen.

Es klappt gut, wenn ich dem Monster genug Zeit gebe. Statt 30 Minuten ziehen lassen gerne 90 Minuten und schon geht der Teig super auf und schmeckt klasse. Nicht so gut klappt es, wenn ich zwischen den Arbeitsgängen versuche, den Drachen zu bändigen. Das Hefemonster will Aufmerksamkeit und 3h ziehen lassen führt dazu, dass der Teig am Ende wieder einfällt – nicht gut. Diesmal ist der Drachen übrigens nicht der Parasailor, der sein Dasein repariert in der Segelkiste fristet sondern ein Kite. Wir liegen hier in einem bekannten Kitesurf Spot, durch ein Riff geschützt kommen Wellen nicht in die Bucht, der Wind wird aber hineingelassen. Es gibt einen kleinen Strand, an dem wir unerlaubter Weise unsere Drachen aufbauen und Starten. Schön ist, dass wir uns alle zu einer kleinen Kitesurf Anfängergemeinschaft zusammengefunden haben. Neben Enno und mir sind das Nathan und Wyatt (SY Moonfleet), Colling (SY Recipe) sowie seid gestern auch Emily und Everett (die Kinder von den gleichen Booten). Wir unterstützen uns gegenseitig, wenn einer sein Bord verliert, bringen uns zurück, nach dem (bisher) unvermeidlichen Abtreiben und reparieren gemeinsam die geschundenen Drachen. Ich erinnere mich an meine Schulzeit, in wir gemeinsam Windsurfen waren. Das macht Spaß und wir freuen uns miteinander, wenn wir Fortschritte machen. Ok, zugegeben, ein bisschen Vergleich ist auch dabei aber die gemeinsame Freud überwiegt. Inzwischen können wir alle die Höhe halten und schaffen es, am gleichen Strand wieder anzulegen, an dem wir losgefahren sind! Das ist ein großer Schritt für uns und zumindest für mich hat es bis dahin einige Blessuren gekostet. Das Problem ist nämlich, dass man dicht an Booten vorbeifahren muss und wenn man im falschen Moment einen Fehler macht geht’s übel aus. So musste ich vorgestern meinen Kite aus dem Rigg eines deutschen Katamarans pulen, was Rigg und Kite glücklicherweise unbeschadet überlebt hatten. Dieser freundliche Landsmann hat mich allerdings 30 Minuten lang angeschrien, was mir etwas unverhältnismäßig vorkam. Seine Frau ermahnte mich, nicht hinzuhören und tatsächlich hat er sich irgendwann wieder beruhigt.

Enno hat sich leider frühzeitig aus unserer Anfängergemeinschaft entfernt und während wir uns noch gegenseitig im Nichtschwimmerbecken aus fremden Booten retten übt Enno Sprünge im tiefen Wasser (dort, wo die Profikiter rumfahren). Er würde bestimmt schon Loopings fliegen, wären nicht die Töchter des Nachbarbootes noch interessanter als das Kiten.

Enno lässt also ganze Kitetage aus und gibt uns so die Chance, Millimeterweise aufzuholen… . Wir machen allenfalls Pause, wenn wir a) einen Hangover haben (kommt regelmäßig vor nach Feiern auf Recipe), b) wir keinen Wind haben oder c) wir unserem zweitliebsten Hobby nachgehen: Kite reparieren. Ja, irgendwie halten die Dinger nicht. Wahrscheinlich liegt es an der karibischen Sonne. Insbesondere die Ventile halten nicht auf den Kiteschläuchen. Ich habe unsere 7 Ventile inzwischen 11x mal neu geklebt (!!) und mehrere Löcher geflickt. Das Ergebnis ist nun, dass der Kite ca. 1h gut die Luft hält, dann braucht er die Pumpe. Das ist ja jetzt kein Problem mehr, da ich ja einfach wieder an den Strand fahren kann (nun ja, gestern brauchte ich vier Anläufe, bis ich den Kite einigermaßen kontrolliert in Ennos Arme fallen lassen konnte…). Ich dachte, dass wir einfach Pech hatten und unser 2nd Hand Kite-Schnäppchen vielleicht doch keines war. Nachdem aber Collins neuer Kite nach dem 2. Gebrauch ebenfalls Luft durch das Ventil verlor und Nathan, der inzwischen fünf Kites gekauft hat, 2 dauerhaft in der Werkstatt hat bin ich davon überzeugt, dass die Dinger einfach empfindlich sind. Aber ab und zu ein Tag Repair-Pause ist ja auch nicht schlecht. Mein Held ist übrigens Gary: Gary fährt am Profistrand, läuft wunderbar Höhe und macht kleine Sprünge. Andere springen viel höher aber Gary ist 81 Jahre alt und hat zwei künstliche Knie! Mit dem Kitesurfen hat er im Alter von 74 angefangen. Da bin ich mit meinen 52 ein Küken und meine leichten Knieprobleme sind Kinderkram! (Meine stets um mein Knie besorgte Mutter wird sich freuen, das zu lesen 😊). Auf jeden Fall hat der Sport vielleicht doch eine Zukunft für mich, wenn ich versuche den Kite auch als Entlastung der Gelenke einzusetzen – immerhin zieht er ja auch nach oben!

Jetzt habe ich ausschweifend von Monstern und Drachen geschrieben und ihr könnt daran sehen, wie sehr wir es genießen, uns mit einfachen Dingen zu beschäftigen und Zeit zu haben. Ich werde mich nun meinem heutigen Experiment widmen: Bananenpizza. Dann ist auch das Mehl alle und wir müssen uns in Richtung einer Bucht verholen, in der man auch wieder einkaufen kann. Ach ja, die 5kg Mehl habe ich nicht allein verbraucht: Enno ist inzwischen nicht zur zum Kite-sondern auch zum Crêpes-Master avanciert. So überrascht er Nachbarboote mit spontanen Crepes-angeboten (meist süß) und erfreut uns mit herzhaften Käse-Bacon-Crepes zum Frühstück!

Leben im Paradies

Wir sind hier in einer traumhaften Bucht mit vielen coolen Kindern, die ihr ja auch schon aus Enno’s Eintrag kennt.

Obwohl auch wir jetzt Einschränkungen haben wird mir hier nie langweilig, da es immer irgendwas gibt, was man machen kann. Ich lese recht viel und bin jeden Tag mit unseren neuen Freunden am Strand. Abends treffen wir uns oft auf einem der Boote, hören Musik, gucken einen Film oder reden einfach nur über irgendeinen Schwachsinn.

Gestern habe ich als bekannter Harry Potter nerd mit Jesse( auch Harry Potter nerd) einen Harry Potter Filmmarathon angefangen.

Ansonsten geht mir meine Familie sogar weniger auf die Nerven, da auch Mama und Papa ständig mit den Eltern der anderen Boote rumhängen.

Ansonsten wars das eigentlich schon… Denn abgesehen vom Kitesurfen( Enno und Papa) machen wir nichts anderes.

Viele Grüße an alle und bleibt gesund!

Aus unser traumhaften Quarantäne

Es ist einfach traumhaft hier! Nach meiner Meinung, sind wir am besten Punkt der Reise angekommen, trotz Quarantäne. Denn wir gehen fast jeden Tag Kitesurfen und hängen mit den nettesten Kindern rum, die wir  auf der Reise kennen gelernt haben.

Sind nicht alle drauf aber nen paar.

Und zum Thema Kitesurfen. Es macht einfach mega viel Spaß. Vor allem, seit den letzten vier Tagen. Denn ich schaffe es jetzt, die Höhe zu halten und zurück zum Strand zu kommen. Ein paar Wenden hab ich auch geschafft. Ich muss in letzter Zeit auch viel an zuhause denken, wegen der ganzen Sache mit Covid-19. Wir haben hier im Vergleich mit Zuhause relativ wenig Veränderungen. Es ist zwar nicht erlaubt Kitesurfen zu gehen, aber es wird auch nur alle zwei Wochen kontrolliert. Deswegen ist das nicht so schlimm. Ich nutze die Zeit hier auch um viele neu Sachen auszuprobieren, wie zum Beispiel meine Haare Blau färben.

🤪

Englisch habe ich in letzter Zeit extrem viel dazu gelernt, denn die anderen Kinder hier sind aus verschiedenen Englisch sprachigen Ländern. Es gibt ,, Moonfleed“ ein Kanadisches Boat mit 4 Kindern : Wyatt 18, Landon 16, Everett 14 und Harmenie 5. Es gibt auch noch ,, the Recipe“ ein Englisches Boat mit 3 Kindern : Liv 16, Emily 14 und Jess 12. Und ,,Wildest dreams“ das Boat mit denen wir seit fast einem halben Jahr rumfahren.

unsere Bucht mit Wildest Dreams, The Recepe
und Moonfleed

Und wie es weitergehen könnte…

Ihr Lieben, wir bekommen etliche Mails mit der Frage, wie es denn nun mit uns weiterginge. Wir haben uns in der Vergangenheit zurückgehalten, über Pläne unserer Route zu schreiben, da wir uns die Flexibilität erhalten wollten und uns z.B. im Hinblick auf eine Atlantiküberquerung nicht selbst unter Druck setzen wollten. Jetzt machen Pläne nur begrenzt Sinn, da sich die Parameter ja bekanntermaßen schnell ändern. Da aber einige Artikel in der deutschen Presse von einer schwierigen Situation für uns arme Segler im Paradies berichten, will ich hier einmal unsere Perspektive auf die Zukunft beschreiben.
Die Zukunft beginnt in der Gegenwart und in der geht es uns erst einmal super! Wir liegen hier umgeben von netten Booten und kommen mehr zur Ruhe als auf der gesamten bisherigen Reise und sicher auch mehr als im Berliner Alltag. Wir gehen trotz Ausgangssperre morgens zum Strand und machen ca. 90 Minuten Yoga, letztens sogar noch zusätzlich zum abendlichen Partner-Yoga. Wir ziehen uns mit allerlei Boards (Kiteboards, Surfboards, Wasserski) über das Wasser und gehen Schnorcheln mit Rochen und anderen tollen Tieren. Wir bekommen Trinkwasser in der Marina und die Supermärkte haben 4h täglich geöffnet. Anstatt uns also über eine potenziell ungewisse Zukunft zu sorgen genießen wir die Zeit hier!
Nun aber zu unseren Optionen. Ja, Antigua liegt im Hurricane-Gürtel. Die offizielle Saison beginnt im
Juni aber nach Antigua kommen die Wirbelstürme, wenn sie denn kommen, im Spätsommer September/Oktober. Die Zone reicht offiziell von 10° nördlicher Breite bis 30° nördlicher Breite. D.h. wir müssten entweder nach Süden bis zu den niederländischen Antillen oder nach Norden bis mindestens South Carolina. Wir haben allerdings eine gute Versicherung, die auch für HurricaneSchäden aufkommt, wenn wir das Boot entsprechend gesichert haben. Entsprechend haben wir einige Optionen:
A) Wir fahren in den Süden, z.B. nach Curacao (wenn die die Grenzen wieder aufmachen), lagern dort das Boot über die Hurricane-Saison ein und versuchen es im Herbst zu verkaufen.
Das machen viele Segler und entsprechend voll bzw. übervoll sind Marinas und
Landliegeplätze. Curacau ist nur 400nm entfernt, d.h. aus dieser Sicht wäre das einfach.
B) Wir fahren nach Norden. Eine Planung war, über die BVIs und die Bahamas in die USA zu fahren und das Schiff in Annapolis, einem riesigen Segelgebiet unweit von Washington DC zu verkaufen. Die Saison ist dort eher vergleichbar mit einer europäischen Saison, weshalb uns ein Verkauf im Frühsommer sinnvoll erschien. Nun, in die USA wollen wir z.Zt. nicht und nach Annapolis sind es immerhin 1800nm also ein ziemlicher Ritt. Hinzu kommt, dass uns die ganzen Inseln auf dem Weg dorthin nicht reinlassen.
C) Wir bringen das Boot zurück nach Europa. Antigua – Azoren ist eine klassische Route. Es ist zwar nicht so windsicher, wie auf der nördlichen Route, die nördlich des 30. Breitengrades verläuft aber mit einigen Kanistern Diesel kann man auch Flauten überstehen. Und es sind „nur“ 2200nm, d.h. 700nm kürzer als die Nordroute. Die Azoren lassen z.Zt. niemanden an Land aber ankern und verproviantieren ist erlaubt. Das Einfliegen von zusätzlicher Crew ist allerdings schwierig. Zudem stellt sich die Frage, was wir mit dem Boot in Europa anstellen. Wir haben zwar in unserem Heimatclub am Stößensee einen Antrag auf einen größeren Liegeplatz gestellt aber 45 Fuß dürften dort allenfalls für einen großen Lacher sorgen und zum Segeln auf der Havel ist es deutlich überdimensioniert. Auch auf der Ostsee brauchen wir es nicht, da allenfalls Caro und ich Sommer mit 18° Luft und 15° Wassertemperatur als tolles Segelwetter empfinden und die Jungs wohl allenfalls sporadisch dabei wären. Es bliebe also das Mittelmeer. Unser ursprünglicher Plan war ja, das Boot in die Türkei in die Charter zu bringen und den Rest der 2020 Saison zu nutzen. Allerdings lässt die Türkei ausländische Boote nur noch unter bestimmten Bedingungen zu und da fallen wir nicht drunter. Es blieben
Griechenland oder Kroatien aber wie verlässlich ist denn z.Zt. der Chartermarkt für
Segelyachten? Hinzu kommt, dass das von hier sicher 5000nm sind also ein riesiger Aufwand. Wir hatten das Boot gekauft und verchartert, da wir uns die Voraussetzungen für diese Reise schaffen wollten und das brauchen wir in der Zukunft erst einmal nicht mehr.
D) Wir bleiben erst einmal hier. Wie schon erwähnt schließt unsere Versicherung den Hurricane-Gürtel nicht kategorisch aus. Wir könnten also bis zum Juli auf Antigua bleiben oder ggf. zu den Nachbarinseln cruisen. Im Juli machen wir das Boot an Land oder im Wasser entsprechend der Versicherungsbedingungen fest und heuern jemanden an, der regelmäßig nach dem Boot schaut. Wir steigen in ein Flugzeug, was dann hoffentlich wieder fliegt und kommen nach Berlin, wo wir ab Juli auch wieder in unser Haus können. Der lokale Broker bietet das Boot auf den internationalen Plattformen an und zur Segelsaison in der Karibik wird das Boot hier verkauft. Diese Lösung geht natürlich davon aus, dass sich die Lage in der Welt wieder etwas normalisiert aber davon auszugehen, dass die Welt völlig aus den Fugen gerät erscheint mir wenig sinnvoll. Und für so etwas kann man eh nicht planen .

Im Moment favorisieren wir die Lösung D. Wir sind nicht in dem Panikmodus anderer Segler, die ihre Weltreisen abbrechen, um nun ganz schnell nach Hause zu müssen. Wir können uns auch von unserer Leonardo wieder trennen, obwohl sie uns wirklich ans Herz gewachsen ist und eine Bavaria 45 Cruiser ist ein Standardboot, was hoffentlich auch einen Käufer findet. Unsere Versicherung scheint auch flexibel und damit sind wir nicht so sehr unter Druck. Natürlich würden wir gern weitersegeln anstatt um Antigua herumzusegeln aber das sind Feinheiten. Wir haben hier nette Boote um uns herum, tolles Wetter und Wassersportmöglichkeiten. Warum also das nicht noch bis Juli genießen?
All diese Überlegungen sind Momentaufnahmen und wie ihr wisst, kann sich vieles schnell ändern. Wir wollen euch nur nach Hause übermitteln: Uns geht es gut, wir sind gut auf vieles vorbereitet und wir haben verschiedene Optionen. Ach ja, und wir sind gesund, in Antigua gibt es seid mehreren Tagen unverändert nur 15 Fälle von Covid 19 und keinen Todesfall!

Ein Tag in Antigua

Eigentlich wollte ich gestern schreiben aber als just als ich die Überschrift getippt hatte kam die Nachricht, dass Antigua ab dem 2.4. eine totale Ausgangssperre verhängt habe. Das hat mir die Laune und damit die Lust auf Blogschreiben verhagelt.

Doof, auch wenn wir gar nicht auf dir Straße wollen

Eigentlich wollte ich nämlich schreiben, dass es uns hier sehr gut geht. Wir liegen in Farmouth Harbour, einer großen Bucht unweit von English Harbour, wo mit Nelson´s Dockyard ein Weltkulturerbe vom militärischen Hafenleben im 18. Jh zeugt. Glücklicherweise waren wir noch rechtzeitig im dortigen Museum wovon ich 2 Erkenntnisse mitgenommen habe:

  1. Die Engländer haben Antigua für die Akklimatisierung der Soldaten genutzt. Da das Klima hier nicht so feucht und nicht so heiß ist, wie auf anderen Inseln ist es insgesamt viel angenehmer. Dass zwischen 1794 und 1796 doch 40.000 Soldaten und Seeleute in der Karibik gestorben sind und weitere 40.000 so krank waren, dass sie nicht mehr arbeiten konnten hatte sicher eher mit der Rumration von 250ml zur Mittagszeit zu tun als mit dem Klima. Es sind wohl tatsächlich mehr Leute auf Grund alkoholbeeinflusster Unfälle gestorben als auf Grund v on Kampfhandlungen… .
  2. Die Engländer nutzten English Harbour, um sich vor Hurricances in Sicherheit zu bringen. Die Buchten hier waren so gut geschützt, dass Schiffe intakt blieben während andernorts viele sanken.

Die Messages haben mir gefallen, offensichtlich haben wir mit Antigua keine schlechte Wahl getroffen! Und tatsächlich haben wir um die 27° Lufttemperatur und 27° Wassertemperatur, mal Sonne mal Wolken und nur selten Regenschauer. So kann man den Virus aussitzen! Aber weg von allgemeinen Infos zu uns. Was machen wir hier eigentlich den ganzen Tag? Ich gebe euch mal ein Beispiel eines Tagesablaufs.

Im Moment beginnt der Tag gegen 07.00h wenn sich Caro und ich im Salon treffen, wo der/die, die zuerst dort ist Kaffee macht. Wir nutzen dazu eine kleine Espressomaschine, die man auf den Gasherd stellt. Mit dem Kaffee in der Hand lesen wir Nachrichten auf dem Smartphone und verfolgen, was in der Welt passiert. Wir freuen uns auch, wenn wir links zu guten Beiträgen bekommen. Gegen 08.00h fahren wir zum Strand, wo wir die Crews von „SY Walter“ und „SY Oktant“ treffen, zwei deutsche Boote, die mit Morgensport angefangen haben. Heute haben wir auch die Crews von „Recipe“ (UK) und „Moonfleet“ (Canada) dabei und Caro und ich habe eine Yoga-Session angeleitet. Das Programm variiert etwas aber Caro und ich verfolgen sehr begeistert unsere Yogaübungen. Gestern habe ich festgestellt, dass ich z.Zt. so beweglich bin, wie wahrscheinlich noch nie im ausgewachsenen Zustand 😊. Wenn wir zurück an Bord kommen, gibt es Frühstück. Manchmal haben Enno und Lennard schon mit dessen Vorbereitung angefangen, oft machen es Caro und ich. Dabei essen wir Müsli bzw. Porridge mit Obst oder aber Eier mit Speck. Alles soweit vorhanden, manchmal gibt es auch Baguette aber Brot ist insgesamt selten. Wir haben auch noch einige Scheiben vom Schwarzbrot aus der Dose, was uns meine Mutter fürsorglich mitgegeben hatte. Vielen Dank dafür, es war eine willkommene Abwechslung. Nach dem Frühstück waschen die ab, die kein Frühstück bereitet haben. Dabei freuen wir uns gerade, dass wir in dieser Bucht einfach Süßwasser mit einem Kanister zum Boot schaffen können, d.h. Abwaschen mit Süßwasser!!! Das ist super, denn wenn man zu lange nur mit Salzwasser abwäscht entsteht ein Schierfilm, der nicht mehr so recht weggeht. Das Abwaschen mit kaltem Salzwasser macht einfach keinen Spaß. Entsprechend ist eine Sorge, dass die Wasserversorgung schlecht wird, wenn wir hier eine Ausgangssperre bekommen… . Aber dazu später mehr.

Gestern gings dann weiter mit Schnorcheln im Hausriff, wo man allerlei bunte Fische sieht. Andere sehen große Barracudas und Lobster, Caro sieht Kofferfische, ich sehe viele kleine bunte Fische… . Enno und Lennard machen nach dem Frühstück meist etwas Schule. Enno eh, da er dien Stoff der 7. Klasse ja irgendwie aufsaugen muss und inzwischen auch Lennard, der sich mit Hilfe eines Mathebuches auf den Einstieg in das Kurssystem vorbereitet.

Rundumblick in Farmouth Bay

Dann kommt im Moment der soziale Teil: Lennard und Enno machen irgendetwas mit den Nachbarteenagern, einer Gruppe von neun 13-18-jährigen aus England, Kanada und den USA. Zum Leidwesen der beiden besteht die Gruppe aus reinen Native-Speakern und spricht entsprechend schnell und undeutlich. Nicht ganz einfach, da in der Gruppe alles mitzubekommen. Anyway, wir haben großes Glück gerade jetzt eine so große Gruppe von Teenagern um uns herum zu haben. Eine Spezie, die bei Seglern echt selten ist. Die meisten Segler sind ältere Paare oder Familien mit kleinen Kindern. Caro und ich sind parallel dazu einkaufen gefahren und haben uns in die Schlange des lokalen Supermarktes eingereiht. Ich merke dabei, wie sehr wir hier angekommen sind: Hätte ich den Supermarkt vor einigen Monaten als spärlich und teuer empfunden freue ich mich heute, was wir alles für kaum 300€ bekommen haben 😊.

Irgendwann während des Tages hatten wir auch noch leckere Nudeln zu Mittag gegessen, jetzt fahren wir noch einmal zum Hafen, wo wir unsere Kanister mit ca. 80l Trinkwasser füllen. Auf dem Rückweg werden wir von der Recipe-Crew zum Sundowner eingeladen. Collin ist englischer Sterne- und Fernsehkoch und zusammen mit seiner Frau Bex sind sie perfekte Gastgeber. Mit ihren drei Töchtern leben sie auf einer Lagoon 560, einem Katamaran, dessen Grundfläche mir nur unwesentlich kleiner vorkommt als die unseres Hauses in Berlin… . Der Katamaran ist sicher nicht das eleganteste Segelboot aber der Komfort ist unglaublich. Eine riesige Sitzgruppe als Terrasse, eine weitere einen Stock höher, eine große offene Küche im Salon dazu 6 Kabinen. Wenn ich mal ne Mio übrige habe, kaufe ich mir auch sowas 😊. Auf jeden Fall haben wir einen netten Abend mit den Eltern der Teenager während die Kinder sich auf der großen Trampolinfläche auf dem Vordeck des Kats amüsieren. Mir fällt schnell auf, dass wir kein Abendbrot gegessen hatten wodurch die Sundowner-Biere schnell zu großer Heiterkeit führen.

Dingi-Parkplatz am Heck von „Recipe“

Um 20h werden Lennard und ich nervös. Schließlich sind wir deutsch und wir wissen, dass ab 20h die nächtliche Ausgangssperre greift. Auch wenn wir beschließen, das nicht so päpstlich zu nehmen sind wir nicht mehr so entspannt und brechen bald auf. Die Kanadier sind relaxter, die Britten sind ja eh schon zuhause. Die anderen Deutschen sind auf ihrem Boot geblieben, die maximal erlaubte Gruppengröße von 10 Personen hatten wir eh schon überschritten.

„Unser Strand“

Die Tage vergehen schnell, wir gehen selten spät ins Bett. Am Sonntag haben wir im Sinne des Heimatgefühls den Tatort gestreamt, der leider in der Mitte abbrach, da meine 10GB Simkarte schon wieder erschöpft war ☹. 10GB kosten hier 40EUR und durch die Einrichtung eines Hotspots für die Familie sind die recht schnell weg. Inzwischen haben wir alle mit eigener Datenkarte ausgestattet und damit auch den Streit, wer schon wieder so viel verbraucht hat aus der Welt geschafft.

Dies also ein Einblick in unseren Alltag. Keine aufregenden Geschichten und das wir auch erst einmal so bleiben. Ab morgen herrscht Ausgangssperre, d.h. wir dürfen das Boot nicht mehr verlassen. Als nix mit Yoga am Strand und Parties auf dem Nachbarboot. Immerhin dürfen wir vormittags noch für 3h in den lokalen Supermarkt, was mich sehr freut. Denn das heißt wir haben ausreichend nette Sachen zu essen und wir können weiter Süßwasser holen (hoffentlich). Das macht viel Lebensqualität für uns aus. Vielleicht können wir dann ja auch mal heimlich zu den Nachbarn schwimmen oder gar zum Strand. Riskieren wollen wir allerdings auch nichts, denn was wir auf keinen Fall wollen ist, dass sie uns aus Antigua rausschmeißen. Ach ja, eine kleine Anekdote aus der Marina: Der Kollege dort erzählte mir, dass sich die Superreichen hier in Sicherheit bringen. Eine Familie hat die Yacht „Enjoy“ gemietet, um sich damit 7 Wochen hier zu isolieren. Für nur US$500.000 die Woche! Also wir sind dort, wo sich die Superreichen in Sicherheit bringen. Ist doch nen gutes Gefühl, oder?

Jetzt geht es los zur letzten Strandparty vor dem Einschluss. Wir wagen es, mit Eltern und Kindern in einer Gruppe von 17 Personen anstatt der erlaubten 10 zu feiern. Vielleicht bilden wir zwei Grüppchen. Über die weiteren Perspektiven schreibe ich aus der Bootszelle, dann haben ich bestimmt auch Zeit diesen Artikel mit Bildern zu ergänzen.

Wir denken an euch in der Heimat und hoffen, dass ihr gesund seid und einigermaßen mit der Situation zurecht kommt. Alles Liebe aus dem Paradies!

Kiten ist cool!

Nach ca 2. Wochen sind wir wieder in Green Island, einer kleinen Insel vor der Ostküste Antiguas. Hier haben wir fast eine Woche vor Anker verbracht und den Kite repariert, ihr erinnert euch sicher an den letzten Blogeintrag. Inzwischen waren wir in Jolly Harbour an der Westküste und haben uns mit Wasser und Proviant eingedeckt. Von dort sind wir nach Long Island im äußeren Nordosten umgesiedelt. Es ist ein großes Privileg, dass wir so frei umhersegeln können. Ein befreundetes Boot sitzt in Martinique fest. Da dort die französische Ausgangssperre herrscht, dürfen sie weder das Boot verlassen noch Wassersport betreiben oder gar weitersegeln. Einkaufen darf eine Person mit einem Passierschein. Wir sind sehr froh, dass Antigua das anders handhabt und wir hoffen, dass es noch etwas so bleibt!

In Long Island fanden wir eine tolle Bucht, ruhig, flach mit tollen Stränden. Leider waren die Security-Kollegen dagegen, dass wir die Insel betreten, um unserer Yoga-Praxis nachzugehen. Alles privat, nix für Bootstouristen… . Zum Glück war eine kleine vorgelagerte Insel in Reichweite und statt uns aufzuregen haben wir uns dort an kleinen Vögeln und unglaublichen Muscheln am Strand erfreut. Dann der erste Kiteversuch vom Boot. Es ist uns tatsächlich gelungen, die Leinen auf dem Boot zu sortieren, mit dem Dingi zu verbinden und den Kite behutsam ins Wasser gleiten zu lassen. Enno ist dann problemlos aufgestiegen und wie der Teufel durch die Bucht gerast. Selbst wenn ich mit Vollgas in Gleitfahrt mit dem Dinge hinterherfahre, habe ich keine Chance ihn einzuholen. Leider war die Bucht welliger als gedacht, so dass Höhlaufen eher schwierig war und nach kurzer Zeit fanden wir uns weit weg vom Boot auf dem Weg zur Hauptküste Antiguas. Kiteleine eingerollt, Kite aufs Boot und dann gegen Wind und Welle zurück. Diesmal binden wir das Dingi an einem Pfahl im Wasser fest und sortieren die Leinen neu. Nun bin ich dran! Die Stelle ist superglatt, keine Welle, türkisblaues Wasser – ein Traum! Leider ist die Stelle auch vom Wind abgeschirmt und es gelingt mir erst nach vielen Anläufen, den Kite überhaupt in die Luft zu bekommen. Dass er mich dann auch noch aus dem Wasser hievt war zu optimistisch… noch30 Minuten weiterprobieren, dann Abbruch! Es ist mir etwas unangenehm, wenn mein lieber Sohn Enno mich dabei erlebt, dass ich wie ein Baserker fluche und rumschreie, weil alles nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle. Da bin ich trotz Yoga und co noch ganz wie der 15-Jährige, der vor 35 Jahren mit seinem Windsurfbrett gekämpft hat und auf Wind und Wasser eingeschrien hat… . Nun ja, vielleicht ist es einfach so. Immerhin mache ich ja auch den gleichen Unsinn wie mit 15 und versuche mich von einem Lenkdrachen aus dem Wasser ziehen zu lassen 😊.

Wir beschließen umzuziehen und ankern nicht weit an einer anderen Insel (keine Ahnung, wie die heißt). Die ganze Ostküste Antiguas ist voller Riffe, so dass man sehr genau navigieren muss und dafür aber von den großen Atlantikwellen geschützt ist. Hier scheinen die Bedingungen optimal. Der Wind bläst mit ca. 18kn, weit und breit Platz, nur kleine Wellen. Eilig bauen wir auf und ich habe die tolle Idee, den Kite direkt vom Boot zu starten…. Der Kite fängt Wind und ich mache einen Riesensatz ins Wasser…. . Leider stellt sich dann heraus, dass zwei Leinen verdreht montiert waren, d.h. nach meinem Patentsatz kann ich nicht starten sondern wir versuchen die Leinen im Wasser zu sortieren. Wir kämpfen 30 Minuten, dann packen wir den Kite wieder aufs Boot nachdem wir selbstverständlich mindestens eine Seemeile durch die Bucht getrieben sind. Aber es war ja Platz 😊. Ach ja, Enno ergänzt: Wir haben dabei 2x die Leine im Motor des Dingis gehabt aber das haben wir ja gelöst… . Das wars erst einmal für den Tag mit den tollen Bedingungen.

Nächster Tag, neues Spiel, neues Glück!

Wir hatten eine bewegte Nacht, da wir unseren Ankerplatz primär nach den Kitekonditionen ausgesucht haben. Entsprechend lagen wir im Wind und der Windwelle. Inzwischen sind wir aber entspannter beim Ankern und wissen, dass der Anker gut hält, wenn wir ihn gut eingegraben haben und wir durch den stetigen Wind immer in der gleiche Richtung an ihm ziehen. Da lassen uns auch 25kn Wind (6 Bft) nicht nervös werden. Einzige einen Ankeralarm stelle ich ein, der wild jault, wenn wir mehr als den definierten Radius wegtreiben.

Ich stehe wie gewohnt um 06.00 Uhr morgens auf, der Wind ist plötzlich ruhig. Das gibt sich allerdings wieder und als alle einigermaßen wach sind, bläst er mit munteren 22-25kn. Also 5,5 – 6 Bft und das ist zu viel für unseren 12 m² Drachen. Wir beschließen abzuwarten und eine Runde Canasta zu spielen. Teamcanasta, Eltern gegen Kinder und wer gewinnt? Die Eltern natürlich, wir haben ja auch viel mehr Erfahrung 😊. Gegen 12h ist der Wind bei 20kn und wir beschließen einen neuen Anlauf. Diesmal starten wir genauso wie bei Ennos erstem Versuch: Akribisch sortieren wir die Leinen, lassen diese vorsichtig ins Wasser gleiten und befestigen die „Bar“ (Eine Stange an dem man die Leinen hält) am Dingi. Dann darf der Kite behutsam ins Wasser, ich gleite ebenfalls ins Wasser und starte den Kite. Kein Problem, bei 20kn Wind ist der schupps am Himmel. Dann Brett ins Wasser und Enno löst die Leine, die mich noch am Dingi hält. Eine gekonnte Bewegung des Meisters, und zupp stehe ich auf dem Brett! Hurra, das erst Fahrerlebnis mit dem Kite nach mehr als 2 Wochen basteln und sch…. . schreien! Ambitioniert versuche ich sofort Höhe zu laufen, damit ich nicht soweit abtreibe. Außerdem bemühe ich mich, den Kite hoch am Himmel zu lassen, damit sich der Druck in Grenzen hält und ich nicht wie eine Rakete übers Wasser fliege. Das alles klappt so ein bisschen, mal mehr mal weniger. Enno bleibt mit dem Dingi auf den Fersen und bringt mir das Brett zurück, wenn das beim Sturz verloren geht. Das ist eine sehr hilfreiche Sache, denn wenn man vor dem Brett im Wasser landet und der Kite einen in großer Geschwindigkeit wegzerrt ist es nahezu unmöglich, an das Brett zu kommen, was in Luv vor sich hin dümpelt. Na ja, zumindest für mich. Noch!

Nachdem ich nun auch die Bucht weitgehend durchquert habe, beschließen wir, die Rückreise anzutreten.  Was bei 15-17kn noch einfach war, ist bei 20-22kn eine ziemliche Herausforderung: Die Leinen einzurollen und den Kite auf dem Dingi zur Ruhe zu bringen. Ich erspare euch die Einzelheiten, nach 30 Minuten war es vollbracht. Wir beschließen, uns Youtube – Tutorials anzuschauen, dass muss anders gehen! Sobald der Kite sicher auf dem Dingi ist, bändigen wir ihn nachhaltig mit einem Griff zum Ventil: Pffffft, was für ein erleichterndes Geräusch! Komischerweise verspüren weder Enno noch ich Lust, es noch einmal zu versuchen und wir verlassen auch diesen gastlichen Ort. Wir durchkreuzen erneut die engen Riffe und schaukeln mit 1,5 – 2m Welle direkt von der Seite  in Richtung Green Island. Hier liegen wir nun sicher vor Anker und haben schon eine schöne morgendliche Yoga-session hinter uns. Der Wind bläst erneut mit 22kn. Einige unerschrockene Kiter ziehen ihre Runden, bestimmt mit kleinerem Tuch. Enno und Caro backen Plätzchen, Lennard liegt in seiner Kabine und singt etwas mit zu der Musik, die er mit Kopfhörer hört 😊. Vom Kiten redet gerade keiner, wir haben beschlossen, nur noch bei optimalen Bedingungen herauszugehen!

17.3.2020 Ein Geburtstag, den ich nicht vergessen werde

Ihr Lieben, wir haben uns lange nicht gemeldet und ich habe bestimmt bald vier Wochen nicht geschrieben.

Wir sind recht weit weg von den realen Auswirkungen der Corona-Kriese. Auf Antigua gibt es nur einen registrierten Fall, ein Kind, was auf dem Weg der Genesung ist. Der Supermarkt ist gut gefüllt und die Insel macht insgesamt einen sehr wohlhabenden Eindruck. Es scheint so, als würden viele gut situierte Engländer und Amerikaner hier ihren Lebensabend verbringen. Es ist also nicht so arm, wie andere Inseln und wir vermuten, dass es sogar ein einigermaßen funktionierendes Gesundheitssystem gibt. Wir haben auch gelernt, dass der Virus weder Wärme, Sonneneinstrahlung noch Salzwasser mag – all das haben wir hier in Hülle und Fülle!

Trotz unserer privilegierten Situation sind wir natürlich gut mit dem Rest der Welt vernetzt und lesen Spiegel Online und dergleichen. So denken wir viel an euch zuhause und unser Paradies bekommt einen etwas schalen Beigeschmack. Vielleicht war das auch ein Grund, warum wir wenig geschrieben haben. Wir fanden uns selbst an einem Punkt, an dem wir etwas Heimweh hatten. Nicht nach Corona aber nach Berlin, nach Familie und Freunden. Nach der Aufbruchsphase im Mittelmeer, der großen Überfahrt und dem Ankommen und Entspannen in der Karibik haben wir das Gefühl, in die letzte Phase unseres Abenteuers einzusteigen und wir wissen irgendwie nicht so recht, wie die eigentlich aussehen soll. Das war zumindest der Stand vor einer Woche. Lennard war etwas malat und Enno und ich hatten nach dem ersten Abenteuer mit dem Kite einen Sonnenstich. Caro hatte entsprechend viel Arbeit und irgendwie war die Stimmung gedrückt. Das Thema Boot verkaufen stand an und das wollten wir eigentlich in den USA tun. Das ist ganz schön weit, d.h. wir müssen wieder in Bewegung kommen. Wir haben also noch einmal letzte Reparaturen vorgenommen und uns auf die Überfahrt zu den Brittish Virgin Island vorbereitet. Das war vorgestern.

Gestern habe ich länger nachgedacht und wir haben gemeinsam beschlossen, erst einmal in Antigua zu bleiben. Hier sind wir bereits einklariert, wir müssen keine Gesundheitsschecks oder Quarantäne fürchten. Das ist nämlich ein Mittel Einwanderungsbehörden: Entweder Boote aus bestimmten Ländern gar nicht reinlassen oder eine Quarantäne von 14 Tagen verhängen, in denen wir das Boot dann  nicht verlassen können. Warum uns also dem aussetzen? Hier ist der Supermarkt gefüllt. Und auch wenn er teuer ist, die anderen Inseln sind nicht billiger. Ein weiterer Punkt ist: Von Antigua kann man zum einen nach Süden in Richtung Grenada oder ABC-Inseln (das sind die holländischen Antillen Aruba, Curacao usw) fahren. Beides liegt südlich des Hurricane-Gürtels, der die Gegend hier ab Mitte Juni gefährlich macht. Zum anderen kann man von Aruba auch nach Norden fahren, wo der Hurricane-Gürtel ungefähr an der Nordküste Floridas endet. Es gibt schöne Ankerbuchten in Antigua und Kitesurfen kann man auch. Warum also nicht einfach hierbleiben und beobachten, wie sich die Welt entwickelt. Auch der Verkauf des Bootes pressiert nicht mehr so. Vielleicht ist die selbstgewählte Isolation auf einem Segelboot gar keine schlechte Form, den globalen Spuk vorbeiziehen zu lassen.

Wie gesagt, es fällt nicht ganz einfach, auf den normalen „hurra-wir-sind-im-Paradies-Modus“ zu schalten, wenn man die Nachrichten liest. Wir denken an euch und wir machen uns Gedanken, wie sich die Welt verändert. Für euch und für uns. Werden die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen? Oder nach den Sommerferien? Ist nicht Online-Learning und sowieso so viel wie möglich online das Gebot der Stunde? Das geht ja auch von hier… .

Nun, ihr wollt sicher nicht lesen, wie wir uns Gedanken über euch zuhause machen. So will ich also etwas von uns hier erzählen:

Wir sind von Guadeloupe in Brittish Harbour eingelaufen nachdem der angeschlagene Lennard seine erste Bekanntschaft mit Seekrankheit gemacht hatte. Sonst ein Fels in der Brandung hatte ihn eine Erkältung vorher geschwächt und er hatte plötzlich deutlich mehr Verständnis für seinen kleinen Bruder. Brittish Harbour war voller Boote, viele davon Segelyachten von mehr als 130 Fuss also mehr als 40 oder 50 Meter. Unsere Leonardo hatte eher die Größe von deren Beibooten, also eindeutig eine andere Liga. Nachdem wir problemlos einklarieren konnten sind wir in Richtung Green Island gefahren, ein Kitespot, an dem wir nun endlich das neue Gerät kennenlernen wollten. Enno und ich sind dann auch schnell zur Tag was allerdings nicht so einfach war, wie gedacht. Der Strand war so eng, dass wir beschlossen hatten vom Dingi zu starten. Die Kitezone war dann so eng, dass wir sofort in ein Feld von Booten trieben. Hier konnten wir den Kite nicht mehr starten, da eine der Tubes völlig luftlos war. Also Abbruch und zurück zum Boot. Enno und ich waren völlig fertig, irgendwie hatten wir uns in der Euphorie nicht ausreichend  vo der Sonne geschützt und uns war ziemlich schummerig. Unsere Köpfe glühten und auch am nächsten Tag waren wir noch fertig. Also konnten wir uns ein Youtube-Video nicht über Kitesurfen sondern über Kite-Flicken anschauen. Wir fördern also den inneren Tube zu Tage und kleben das Ventil neu ein. Dann alles wieder rein und am nächsten Tag erneut zum Strand. Aufpumpen und…. Pfffft, das nächste Ventil ist undicht. Also wieder zum Boot, neues Flick-Video und den großen Tube flicken. Diesmal zwei Ventile neu einkleben. Aufpumpen und…. Pfffft. Ah, da ist ja noch ein Ventil. Also Flicken und am nächsten Tag wieder an den Strand. Pump, pump, pump und….. pfffft. Diesmal weicht die Luft aus dem kleinen Tube. Also wieder zum Boot und diesmal holen wir allen verbleibenen Tubes aus dem Kite und kleben die verbleibenden beiden Ventile ein. Wir haben nun alle 6 Ventile des Kites neu eingeklebt und nun scheint es tatsächlich zu halten. Enno steigt auf und Kitet wie ein Weltmeister hin und her! Als ich es probieren will hat der Wind nachgelassen und es reicht nicht mehr für meine 85kg. Aber für Enno, der freudig noch ein paar Runden dreht. Fahren klappt super, er ist schnell und auf der einen Seite klappt auch das Höhelaufen schon ganz gut. Auf der anderen Seite nicht ganz so aber dafür sitze ich ja im Schlauchboot und fahre hinterher. Nachdem Enno ca. 2nm an Höhe verloren hat packen wir alles aufs Boot und es geht zurück zum Strand. So hatten wir uns das vorgestellt und nach all der Flickerei haben wir nun zumindest ein erstes Erfolgserlebnis!

Am nächsten Tag lässt der Wind nach und wir fahren zurück nach Brittish Harbour. Dort hatte ich einen Segelmacher aufgetan, der das Loch in unserem Parasailor flicken wollte. Da er bis ca 23h abends arbeitet (in der Saison 16h/Tag arbeiten, dann eine Harricon-Saison lang Pause) konnten wir den Drachen abends vorbeibringen. Am nächsten Tag war er tatsächlich repariert und Lennard und ich machten uns daran, die gerissenen Leinen zu flicken. Auf einer großen Wiese ersetzten wir tatsächlich 20 Leinen mit 1mm Dyneema-Schnüren, die sicher nicht noch einmal reißen werden! Unsere nächsten Etappen sollten ja wieder in Richtung Westen gehen, d.h. Rückenwind und da wollte ich auf jeden Fall unseren Drachen wieder am Start haben. Das hat tatsächlich alles gut geklappt und mitten in die Wettfahrt der Superyachten hinein machen wir uns auf in Richtung Jolly Harbour, einem Hafen an der Westküste der Insel, wo man gut einkaufen kann und wir alle Tanks und Batterien aufladen können. Ich habe diese 3 Marinatage sehr genossen. Man kann einfach das Boot verlassen, auf festem Boden laufen, eine richtige Dusche nehmen, in den nahegelegenen Supermarkt gehen… alles richtig normal. Nach einer gewissen Bootsmüdigkeit fand ich das super. Da das dann doch 60USD pro Nacht kostet sind wir gestern nach 3 Tagen wieder in die Bucht gezogen. Hier liegen wir vor Anker, sicher auf Sandboden und das ganze kostet nichts. Mit dem Dingi braucht es nur 10min bis in die Marina, d.h. all die Annehmlichkeiten sind nicht weit weg.

Zum Frühstück ist nun die Frage, ob wir Panncakes bei Wildest Dreams essen oder hier an Bord. Ob erst noch Blog-schreiben oder gleich Yoga und dann frühstücken…. Alles schwierigie Entscheidungen und ihr seht, der harte Paradies-Alltag hat uns voll im Griff!

Ich versuche jetzt weniger Nachrichten zu lesen und den Tag zu genießen. Ich denke an euch zu hause und freue mich darauf, wenn wir in ein paar Monaten wieder da sind und über diese Panikepisode nach-senieren können!

J. Cousteau, Natural Reserve Park, Guadeloupe

Lenni, Martin und ich erleben noch einen wunderbaren Tauchgang im Naturreservat. Es gibt unglaublich viele und große Fische und einen herrlichen Korallengarten. Und es wäre erfreulich, wenn sich das alle Inseln der Karibik gönnen würden. Die Tauchschule ist sehr nett und bietet uns im Anschluss noch einen ganz leichten Rumpunsch an. Lenni läßt es sich ebenso schmecken, fühlt sich jedoch danach etwas schwach und legt sich schlafen. Wir machen erst noch unsere Späße, doch später am Strand verschlimmert sich sein Allgemeinzustand und er bekommt hohes Fieber. Am nächsten Tag bleibt seine Temperatur, trotz Paracetamol unverändert hoch. Wir verschieben vorerst unsere Abreise und suchen Rat bei Thomas unserem Schwager, der sich bereit erklärt hat, unsere Reise ärztlich zu unterstützen. Hier in Guadeloupe gibt es zumindest eine gute medizinische Versorgung. Nach 2 Tagen fällt das Fieber unter 39°Celsius und Lenni ist wieder auf dem Weg der Besserung.
Wir segeln weiter in den Norden nach Antigua, um endlich den neu erworbenen Kite auszuprobieren. Die Ankunft nach 7 Stunden Überfahrt mit durchschnittlich 6 Knoten in English Harbour ist ein Zusammentreffen mit Superyachten in unbekannter Zahl und Dimension, bis auf 1-2 Ausnahmen allesamt unter britischer Flagge.

Pointe a Pitre, Guadeloupe

Memorial ATCe

Wir liegen vor Anker, um in Pointe a Pitre den Karneval zu genießen. Das ist dann doch nicht so einfach wie gedacht. Den ‚großen‘ Umzug haben wir scheinbar um einen Tag verpasst und es ist für uns nicht einfach aus dem Programm schlau zu werden. Eine Nachtparade klingt verlockend und wir steigen zusammen mit Wildest Dreams ins Dinghy. Doch schon nach 300m Fahrt durchs Wasser geht der Motor aus und wir treiben. Gedanken über das Warum führen uns zu einem letzten Reservekanister mit Diesel, den es eigentlich nicht mehr geben sollte. Über Funk kontaktieren wir Rafael, der uns mal wieder ‚rettet ‚ und uns an Land bringt. Doch dort ist nichts von einem Karneval zu hören oder zu sehen. Auf Nachfragen erhalten wir eine Wegbeschreibung und wir pilgern durch menschenleere Straßen zu der beschriebenen Kreuzung, doch alles ist und bleibt ruhig. Nach geschlagenen 5 Stunden kommt Bewegung auf und tatsächlich tauchen einige Nachtgestalten auf. Erstaunlich aber die Beobachtung, dass wir die einzigen Weissen zu sein scheinen. Unbefriedigt ziehen wir wieder ab und hoffen auf den nächsten Tag. Zurück am Kai rufen wir per Funk nach Rafael. Doch als er kommt, nimmt er augenzwinkernd nur seine Familie mit. 2 min später fährt Lenni mit einem frisch reparierten Dinghimotor vor und lädt uns ein. Mithilfe von Rafael hat er den Motor vom Diesel befreit und wieder gangbar gemacht.
Am nächsten Morgen fahren Martin und ich in Gleitfahrt durch einen schmalen Meeresarm, der die Inseln in zwei Hälften teilt. Vorbei an Mangrovenwäldern genießen wir die Fahrt durch die frische Luft und besuchen im Anschluss noch einen kleinen Markt.

Nachmittags gehen wir nicht ganz so pünktlich zum Karneval und müssen dann auch nur 3 Stunden warten. Doch spannend, dass Kostüme und auch das Verhalten unerwartet anders sind. Die meisten Gruppen werden durch Peitschen knallende Männer angeführt und die Kostüme selbst scheinen politisch historische Inhalte zu haben.


Aufgrund des Karnevals bleibt alles 2 Tage geschlossen, Läden, Museen, Kirchen, wir beschließen deshalb für ein paar Tage ein Auto zu mieten und erkunden die Insel: der noch aktive Vulkan beschert uns wunderbare Aussichten und mir einen gleichermaßen unvergesslichen Muskelkater. Im Reiseführer ist zu lesen, dass aufgrund der Vulkantätigkeit die Insel Guadeloupe innerhalb der nächsten 500 Jahre zerstört sein wird.


Der Zoo mit einheimischen Tieren entpuppt sich als ein Höhenweg auf 25 m durch einen botanischen Gartenregenwald. Großartig!!! Nachfolgende Bildergalerie ist aufgrund der Anzahl deshalb vielleicht nur was für echte Tierliebhhaber.


Auf dem Weg zu einem Biergarten mit eigener Brauerei besuchen wir noch einen Wasserfall. Hier kommt es zu einem kleinen Zwischenfall auf dem Parkplatz, wo uns ein Franzose sehr unhöflich anmacht, das Auto umzustellen.
Spätestens hier wird uns die Stärke unserer Gruppe bewusst, die in diesem Moment sehr präsent ist. Es fällt mir vielleicht deshalb so auf, weil wir in unserem Alltag sonst auf sehr freundliche und hilfsbereite Menschen treffen.


Unser nächster Tagesausflug findet zu Pferde statt. Über 3 Stunden reiten wir durch die Landschaft von Basse Terre, dem westlichen Schmetterlingsflügel von Guadeloupe mit einer erfrischenden Rast für Pferd und Reiter in einem Flußlauf.

Bevor wir weiter segeln, besuchen wir noch das Memorial ACTe. Es ist für alle sehr aufschlussreich. Die Geschichte der Sklaven berührt uns und wir bekommen aufgezeigt, dass die Sklaverei selbst leider noch lange nicht zur Geschichte gehört. Hier erfahren wir auch, dass der frühe Karneval die Möglichkeit bot sich überhaupt in Gruppen zu treffen, was auch für unsere Gewerkschaften, etc. zutrifft.