Gestartet!

Um 13.15h ging es los! Etwas Aufregung nach den Start, als dwr Motor plötzlich komisch klang und kein Wasser mehr ausspuckte… Korneel war sofort am Motor und löste das Problem (well done, Korneel!!ä Ich hatte den Filter nach der Reinigung nicht gut genug verschlossrn und statt Wasser zog der Kreislauf Luft.

Nun segeln wir bei 5-6 Bft entlang der Ostküste Teneriffas nach Süden und Lennard reitet dabei elegant die 1-2m Wellen ab. Wir segeln nur mit Genua, zum einen wolöen wir entspannt starten, zum anderen ist in der Enge zwidchen Teneriffa und gran Canaria eine ziemliche Düse, wo der Wind schnell auf 7-8 auffrischen kann (kann, nicht muss 🙂 ).

Etwas kalt ist es, ca 18- 20° und im Wind ist das frisch. Aber in ein paar Tagen wird es wärmer werden und ich glaube, wir dürfen uns nicht beklagen, wenn ich vom Wetter in der Heimat höre :-o.

Der Tag davor

hilfreiche Fachliteratur

Es 2.30 Uhr und ich höre an den Geräuschen im Boot, dass ich nicht allein wach liege. Hinter der Sperrholzwand liegt Lennard und kichert. Ich kann nur noch schlecht schlafen, obwohl ich doch gerade jetzt, wo wir noch ruhig im Hafen liegen, noch ‚vorschlafen‘ sollte. Mein zum Teil mulmiges Gefühl ist freudiger Erwartung gewichen. Natürlich wäre es schön, etwas mehr Zeit gehabt zu haben für Sightseeing, einen mentalen Spaziergang, Telefonaten mit Freunden oder auch mal wieder zum Frisör zu gehen und auch meine Fußnägel sollten unbedingt wieder lackiert werden ;-))

Wir sind mit Anderem beschäftigt. Für eine ausführliche Beschreibung ist jetzt keine Zeit mehr, deshalb nur ein Auszug von der ‚Liste‘:

Einkaufen bei Lidl, Carrefour, Decathlon, Bauhaus, Chandler bezahlen, altes Segel aufziehen, sicherheitseinweisung der Crew, Boot saubermachen, Kochen, Wetterrouting, Obstnetze basteln, Auto zurückbringen, Wäsche waschen, Boot bedanken, Baxe (?) umorganisieren, Cockpit aufräumen, Bücheregal sichern, Grabbags befüllen, Trillerpfeifen an Schwimmwesten anbringen, Lifelines befestigen, Sicherheitscheck Boot, Imigration Office, vorbereiten des Parasailors, Wachplan erstellen, Motor überprüfen, Angelzeug komplettieren (nach einem Beißtest durch Abdullah ), Flaggen hissen, Leinen aufschiessen, Wassertanks befüllen, telefonieren, Deck schrubben, Müll entsorgen, …..

am Ende des Tages werden wir erledigt sein…

Korneel entwickelt die schönsten Obstnetze ever.
es soll uns an nichts mangeln
die Strapazen der ersten Etappen
eine andere schöne Geschichte, wo uns ein Taucher aus dem ‚Schlamm- massel‘ helfen muss.
Wo ist was?
Was wir vielleicht essen werden
A ship in a harbour is safe, but this is not what ships are built for …

So, jetzt geht’s los…

Tschüüüüüß

Ankommen und Vorbereiten

Hola und guten Abend,

nun sind wir schon ungefähr eine Woche hier in Teneriffa und ihr habt noch immer keinen aktuellen Stand.

Twin Towers und die Opera von Santa Cruz, Tenerife
Hafeneinfahrt

Die Überfahrt von Lanzerote war ziemlich anstrengend. Wir hatten zwischen 20 und 32kn Wind, was ungefähr Windstärke 5-7 entspricht. Das war schon viel, aber zu schaffen gemacht hat uns eigentlich die Welle: Die kam aus unterschiedlichen Richtungen und teilweise von der Seite, so dass wir extrem hin und her geschaukelt wurden. Einzelne Wellen waren 3m hoch und die Abstände waren trotzdem ziemlich eng.

und dann sind die Bücher aus dem Regal gesegelt

Enno hat am meisten darunter gelitten und war ziemlich seekrank. Mir war am nächsten Morgen ziemlich schlecht, da ich zum einen nicht geschlafen hatte und zum anderen vernachlässigt hatte, zu trinken und zu essen… . Nicht gut aber ein guter Reminder für kommende Fahrten. Entsprechend froh waren wir, als wir am morgen in Teneriffa festmachen konnten – erst an einem Hafen, dann in der Marina Santa Cruz, die uns zuvor mindestens 10x am Telefon abgelehnt hatte. Glück gehabt! Caro hatte ja geschrieben, dass wir uns an einem Hafenmanöver in Lanzerote ein paar Schrammen am Boot geholt hatten. Ich hatte mich sehr geärgert, da es einfach vermeidbar gewesen war und ich einfach nicht genug nachgedacht hatte. Dies hat nun dazu geführt, dass wir uns wieder ausführlich mit Hafenmanövern beschäftigt hatten. An diesem Tag in Teneriffa nach einer anstrengenden Nacht mussten wir 3x An- und Ablegen, alles hat super geklappt. Also war auch hier der Schaden in Lanzarote ein guter Denkanstoß, der uns jetzt zugute kam. In diesem Sinne hoffe ich also, dass wir alle in den kommenden Überfahrten gut auf uns achten und damit keine weiteren Seekrankheiten zu befürchten haben.

Inzwischen ist Enno glücklich bei der Oma in Berlin angekommen und hier ist unsere Crew durch Korneel aus Belgien und Abdullah aus Qatar komplettiert worden.

Abdullah

Wir haben unser zweites Spinnakerfall bekommen, die komplette Rollreffanlage (Furlex) demontieren, warten und reparieren lassen und eine 12mm starke Oberwant austauschen lassen.

Wer mit diesen Begriffen etwas anfangen kann merkt, dass wir ziemlich substanzielle Arbeiten am Rigg haben durchführen lassen. Nicht, dass wirklich etwas kaputt war aber es gab Anzeichen, die potenzielle Störungen hätten nach sich ziehen können und daher haben wir es machen lassen. Eine kleine lokale und sehr engagierte Rigging-Firma hat die Arbeiten durchgeführt und tatsächlich dafür gesorgt, dass wir jetzt am Freitag Abend soweit sind sagen zu können: Ja, wir fahren am Sonntag los!

Ihr könnt euch also vorstellen, warum wir so lange nicht geschrieben haben. Erst ankommen, dann viele Dinge kaufen und organisieren, Enno verabschieden, Korneel und Abdullah abholen, wieder einkaufen…. mit Urlaub hat das nichts zu tun. Ich habe kaum das Gefühl, mich innerlich darauf einstellen zu können, dass wir am Sonntag auf den großen Atlantik fahren, da ich so in Vorbereitungen stecke. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Irgendwann werden wir den Hafen verlassen haben und dann langsam realisieren, dass wir jetzt wirklich auf dieser großen Überfahrt sind. Nervös sind wir natürlich trotzdem, trotz all der guten Vorbereitung ist das doch ein großer Schlag.

Der Plan ist, erst einmal soweit wie möglich nach Süd-Süd-West zu fahren, um der Zone mit Schwachwind zu entgehen, die hinter uns lauert. Wenn wir in der Gegend vom 20° Nord sind können wir dann in Richtung Westen abbiegen. Die Kapverden werden wir voraussichtlich auslassen und direkt in Richtung Barbados fahren. Wir haben damit einen Zeitraum von 18-21 Tagen auf See vor uns, deutlich länger als alles, was wir bisher hatten.

Ihr könnt uns dabei via GPS Tracking verfolgen, den Link habt ihr ja bereits im letzten Eintrag gehabt. Ihr habt auch die Möglichkeit, uns dort Nachrichten zu schicken, wir sind also auf auf dem großen weiten Ozean erreichbar. Ebenso werden wir natürlich Enno, unserem Crewmitglied auf Heimaturlaub regelmäßig schreiben und Enno wird dann das eine oder anderen in den Blog laden.

Soweit unsere Pläne in Kürze. Carola schläft bereits, nachdem sie gefühlte 127 Einkaufstauschen in diesem Boot verstaut hat und dann noch für uns gekocht hat, Lennard spielt irgendwelchen komplizierten Spiele mit Korneel in selbstverständlichen Englisch, Abdullah schläft noch einmal in einem Hotel und ich freue mich, auf mein Bett in noch ruhigem Hafen.

Tracking

https://share.garmin.com/leonardo3

Unter dieser Adresse könnt ihr stets sehen, wo wir sind! Dies ist din Satelliten-tracking, d.h. anders als AIS, was z.B. vesselfinder.com nutzt, funktioniert dieser Service rund um den Globus. So sind wir also auch auf dem Atlantik sichtbar und ihr wisst, wo wir sind!

Morgen gehts erst einmal mit frischem Wind und reichlich Welle nach Teneriffa!

Die Entscheidung, Lanzeroti

Es sieht so aus als würden wir bald über den Atlantik segeln.

Der richtige Wind wird schon angezeigt…
Windspiel von Caesar Manrique

Wir haben seit an Beginn der Reise über viele Reiserouten und Möglichkeiten der Reisegestaltung nachgedacht. Dass wir uns jetzt über den Ozean wagen, war ein Prozess. Zu diesem Prozess gehört auch Ennos Wunsch, diese Etappe auszulassen, und uns erst wieder in der Karibik zu treffen und gemeinsam Weihnachten zu feiern.

Die Vorstellung über Wochen kein Land zu sehen fällt mir nicht leicht und bewegt sich zwischen blauer Langeweile, dem Erwarten der Ankunft und im schlimmsten Fall einem Traumbild, welches ich vor der Reise ‚genießen‘ durfte, und welches einen viele Meter hohen Bug eines Containerschiffes über uns zeigte.

Der Wunsch, über den Atlantik zu segeln wird genährt von den vielen Seglern in unserer Nähe, früher oder später gehen sie alle (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aus der intensiven Zeit der Vorbereitung ist mittlerweile eine tolle Gemeinschaft erwachsen. Wir feiern gemeinsam Halloween, teilen Nöte und Ängste, sensibilisieren unsere Gaumen auf DAS Getränk in der Karibik und helfen uns mit Diesem und Jenem. Ein gutes Gefühl!

Einholen von Sprit in Arrecife

Dabei waren die letzten Tage gar nicht so gut. Beim Umlegen im Hafen von Arrecife haben wir uns eine ziemliche Schramme geholt. Der Anker eines benachbarten Bootes kratzte nicht nur entlang unserer Bootswand, sondern leider auch an unserem Selbstbewußtsein als Segler mit bevorstehender Atlantiküberquerung. Über mehrere Tage grollte mein Magen, aber ein Abenteuer ohne Schrammen????

Letztendlich eine Frage des Fehlermangements, oder???

Dazu hatte Clife, der unser Rigg mitt einem neuen Auslass für den Drachen ausstatten sollte, einen Arbeitsunfall. Somit ziehen wir unverrichteter Dinge weiter. Da mittlerweile schon ein kräftiger Wind bläst, bin ich schon Stunden vor dem Ableger nervös und habe ein mulmiges Gefühl. Wir gehen gemeinsam wiederholt die einzelnen Schritte durch, um alle auftretenden Kräfte durch Strömung und 25 Knoten Gegenwind im Blick zu behalten und es gelingt uns wieder ein bilderbuchmäßiges Hafenmanöver.

Unser Törn führt uns in den Süden von Lanzeroti nach Rubicon am Playa Blanca. Das Ankern vor der Hafeneinfahrt wird leider für Lenni bzw. seiner Brille zum Verhängnis. Beim Kontrollieren der Ankerlage, geht wie gewohnt der Blick nach unten und eine kräftige Bö schnappt sich die Brille, lädt sie davonsegeln und im Wasser abtreiben. Letzte Rettungsversuche durch Martin und Lenni bleiben erfolglos.

Wir haben vor der Abreise immer wieder über die Versorgung der Hörgeräte nachgedacht, da diese unterwegs nicht wiederzubeschaffen sind und dabei leider die Brille aus dem Blick verloren. Nun sitzt Lenni beim abendlichen Spielen vor uns mit Sonnenbrille und Pokerface.

Unser lieber Bootsnachbar Raphael von ‚Wildest Dream‘ versucht am Morgen Tauchequipment zu organisieren, Diveshops verleihen nichts außerhalb ihrer Exkursionen, doch andere Segler erfahren von dem Malheur und stellen uns ihr Equipment zur Verfügung. Ich mache mir keine großen Hoffnungen, schließlich hat das Brillengestell die Farbe des hiesigen Untergrunds, eine Camouflage aus braun, hell- und dunkelgrün.

Die Lage der Brille ist mit einem Schwojenradius von 40 m alles andere als eindeutig, zumal wir unser Boot verlegen mussten, da es in einem Gebiet für Jetskifahrer lag. Eine kleine Ankerboje wird ebenfalls von den Betreibern entfernt, sodass die Orientierung unter Wasser nicht mehr gegeben ist. Mittlerweile bin ich auch schon 2 x unverrichteter Dinge im Wasser gewesen, einmal verhindert durch Jetskifahrer einmal durch Flaschenverlust. Ich lerne von Raphael ‚three Times is a charm‘ und lasse mich erneut ins Wasser plumpsen. Nach dem Abtauchen bin ich leider völlig desorientiert, die Sicht ist so schlecht, dass ich weder Boote noch Bojen sehe. Doch von oben wird mir durch laute Delphinimitationen die Richtung gezeigt und werde jetzt von Lenni und Raphael geführt. Ich beginne also die Suche nach der Nadel im Heuhaufen und genieße auch die Unterwasserwelt. Das Suchbild wird mir immer vertrauter, begrüße einige Fische und eine wunderschöne Seespinne. Völlig unerwartet (es sind bereits 20 min vergangen und Lennis Kälteakzeptanz aufgebraucht) nehme ich das ‚eins ist anders als alle anderen‘ tatsächlich wahr. Ich kann es kaum glauben, tatsächlich liegt Lennis Brille unbeschädigt auf einem Stein. Den Rest des Tages grinsen wir freudig und veranstalten am folgenden Tag mit allen Beteiligten ein Brillen- und Abschiedsfest. An dieser Stelle ein großes ‚Thank you‘ an Raphael für sein Management und seine Zuversicht.

Ja, und jetzt heißt es auch Abschied nehmen von Lanzeroti. Wir werden mit Starkwind nach Teneriffa ‚fliegen‘ und hoffentlich einen Rigger treffen, der uns einen neuen Auslass für den Drachen am Mast montiert.

Urlaub und Vorbereitungen

Nach längerer Pause ein kurzes Update. Nachdem wir uns in der traumhaften Bucht von La Graciosa eine Woche erholt hatten, zog es uns weiter nach Arrecife, der Hauptstadt Lanzerotes.

Lenni nimmt Maß für das Spinnakerfall
cooli

Grund war zum einen die nie enden wollende Suche nach Material: Ein 2. Spinnakerfall sollte her, da das vorhandene durch den Drachen stark strapaziert wird und wir eine Ersatzlösung brauchen, die gleichzeitig den Genuabaum trägt. Zum anderen wollten die Kinder der Karawane anderer Familienboote folgen, die hier Station gemacht hatten. Nun hängen die Kinder mit zwei gleichaltrigen australischen Jungs rum und einigen amerikanischen Mädchen, was auf jeden Fall mal den Englischkenntnisse zuträglich ist. Da die amerikanisch geprägte Horde schon voll im Halloweenfieber ist haben uns die Kinder überzeugt, noch bis zu. 2. November hier zu bleiben. Ich glaube nicht, dass wir schon so lange im gleichen Hafen waren aber immerhin gibt es hier die besten Duschen der ganzen Reise, einen Skatepark und einen all-you-can-ear Chinesen, bei dem es auch Pommes, Chicken-Nuggets und Eis gibt. Ich mache fast täglich Ausflüge zu diversen Eisenwarenhandlungen in der Stadt und ich habe nun auch eine dicke Leine und Köder, um Thunfische zu angeln. Der erste Rigger, der uns das Spifall montieren sollte ist ausgestiegen und nun hoffe ich, das Clive das regelt… Wird wohl knapp, die Woche ist schon fast um aber notfalls verlängern wir halt noch einmal… :-o.

Wir hatten eine Weile hin und her überlegt aber letztendlich siegte die Abenteuerlust. Dazu die Aussicht auf weiße Karibikstrände bei 30° und stetigem Passatwind umgeben von spannenden Leuten aus allen Teilen der Welt die ebenfalls ihr Leben auf einem Boot verbringen. Mich hat die damit verbundene Verantwortung gestresst und ich habe ein paar Tage nicht gut geschlafen. Nun bin ich als Skipper ja dafür verantwortlich, dass das Boot allen Belastungen dieser Überfahrt standhält und wir für jeden erdenklichen Fall eine Lösung auf Tasche haben… Inzwischen bin ich etwas entspannter. Ich habe allerlei skurriles Zeug gekauft, wie z.B. Ein Stück 10mm und 12mm Drahtseil. Um ggf. eine der Wanten zu flicken oder eine Handpumpe um Wasser aus dem Tank zu pumpen, falls die Elektrik oder die Pumpe ausfallen. Alles Dinge, die wir hoffentlich nicht brauchen, die mir aber zu besserem Schlaf verhelfen. Auf die Anschaffung eines „Watermakers“, der inzwischen bei Langfahrtenseglern verbreiteten Meerwasserentsalzungsanlage habe wir hingegen verzichtet. Neben ca. 6000EUR hätte das viel Hektik bedeutet und am Ende hätten wir neue Technik ohne vernünftige Testzeitraum an Bord gehabt. So werden wir ca. 350l Flaschenwasser an Bord nehmen und die Tanks mit 360l Frischwasser zum Kochen und Waschen füllen. Wer duschen will bekommt Salzwasser unlimited, mit Salzwasser gespültes Geschirr gibt außerdem eine raffinierte Note selbst in der Kaffeetasse. Mit meinem Satellitentelefon stehe ich nach wie vor auf Kriegsfuß: Zwar gelingt es mir, eine Datenverbindung aufzubauen aber irgendwelche Windowsprozesse im Hintergrund greifen sofort auf die 2400 bit Verbindung zu, so dass es mir tatsächlich noch immer nicht gelungen ist, eine einzige Email oder gar einen Wetterbericht herunterzuladen. Ja, ich weiß, man kann automatische Updates von Windows mit kleinen Tricks ausschalten aber ihr glaubt gar nicht, was mein Computer alles für Daten in die Welt schickt oder empfängt… Prozesse und Programme, die ich z.T. weder nutze noch kenne senden munter Zeug und machen meine Sat-Tel Nutzung unmöglich. Ich finde das unglaublich und mache mich immer wieder daran, Programme zu deinstallieren, Prozesse zu beenden und neue Programme zu installieren, die den Datenfluss der anderen Programme kontrollieren aber inzwischen glaube ich nicht mehr, dass ich das noch zuverlässig gelöst bekomme… . Nun die gute Nachricht an die besorgten Leserinnen: Ich habe ein Garmin Inreach gekauft, was mit Hilfe eines weiteren Satellitenvertrages den Austausch von SMS sowie ein Positionstracking erlaubt! Ihr könnt also zu jeder Zeit sehen, wo wir gerade sind und das System benachrichtigt in Notfällen die Seenotrettung. Dazu kommt unsere Wetter-Geheimwaffe: Stefan! Stefan ist erfahrener Segler, der bereits selbst den Atlantik überquert hat. Er sieht, wo wir sind und versorgt uns per SMS mit Wetterdaten. Wenn wir etwas besprechen müssen haben wir auch noch das Satellitentelefon und telefonieren kann man wohl damit. Also an dieser Stelle schon einmal lieben Dank an Stefan, der ein weiterer Baustein meines verbesserten Schlafes ist.

Und ja, wir fahren über den Atlantik in die Karibik !!! Am 13.11. steigt Enno in ein Flugzeug, was ihn nach Berlin bringt und wir hohlen Abdullah (Qatar) und Korneel (Belgien) vom Flughafen ab. Diese beiden erfahrenen Segler werden uns nach Kapverde und in die Karibik begleiten, wo Enno pünktlich vor Weihnachten wieder zusteigen wird.

Lava macht Kunst

Außerdem machen wir gerade Urlaub: Wir kurven in einem Mietwagen über die Insel, schauen uns die tolle Architektur von Cesar Manrique an und morgen gehen wir in ein Unterwassermuseum oder besser gesagt, wir tauchen durch das Museum. Caro und ich machen nach 10 Jahren seid dem letzten Tauchgang einen kleinen Refreshkurs und Enno erhält einen Basiskurs: Dann tauchen wir durch einen Skulpturenpark in 12-15 Tiefe, was bestimmt super wird.

Erste Taucherfahrung mit Flasche

Weiteres kommt vielleicht von den Jungs und vielleicht habt ihr Glück und Caro ergänzt den schier endlosen Fließtext mit ein paar Bildern…(von mir könnt ihr endlos Bilder von Pumpen, Steckern, Fenstern, Mastbeschlägen usw usw bekommen, die den Bilderspeicher meines Handys füllen…)

La Graciosa, Kanaren

morgentlicher Blick auf Lanzerote

Erst mal tief durchatmen und dann am Besten gleich noch einmal. Nach der letzten Etappe ist erst mal die Luft raus, also mindestens 2 Gänge zurückschalten.

Yoga am Fuße des Vulkans
hilft der Entspannung

Da passt unsere Bucht vor der kleinen Insel La Graciosa, im Norden von Lanzerote ganz prima. Die Insel bietet überschaubar viele Ausflugsziele: der Berg, die Strände, das Dorf – und strahlt eine unglaubliche Ruhe aus.

In der Bucht sind mindestens 20 andere Segelboote aus Schweden, Norwegen, Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland (2 aus Berlin), UK und Amerika und heimische Mororbootfahrer.

So spielen wir Fußball am Strand und grillen gemeinsam. Die Stimmung ist entspannt, jeder hat eine Menge zu erzählen und Tipps für Dies und Das.

Sundowner auf dem Berg

Wir nehmen uns am nächsten Tag kleinere Reparaturen vor: Enno klettert das erste Mal in den Mast und montiert eine zweite Fahnenleine,

Enno …

Lennard klebt die Hülle vom Parasailer und fettet die Toilettenpumpe,

Schönster Arbeitsplatz
Trocknungszeiten müssen sinnvoll überbrückt werden

Martin widmet sich liebevoll der elektrischen Toilette,

grrr ….

und ich klebe Fenster und befreie die Backbordseite von Algen.

Nur ein Provisorium ????
Konstruktionsfehler, der im nächsten Baujahr wieder behoben wurde

Und dann wieder herrliche Wanderungen zu Stränden…

die fast schon in
der Karibik liegen 😉

Dankbar und stolz

Das Einlaufen in Lanzerote war ein sehr besonderer Moment für mich. Als die Inseln LaGraciosa und Lanzerote im Morgennebel sichtbar wurden, liefen mir tatsächlich Tränen über das Gesicht. Ich stand allein am Steuer während die Familie schlief und war überwältigt von Emotionen.

Dies war zum einen das Ende unserer ersten Atlantiketappe und wir hatten sie toll gemeistert. ich war stolz auf meine Crew, die Wellen bis zu fast 3m und bis zu 29kn Wind getrotzt hatte. Wir waren geflogen, 100nm in einer Nacht und 450nm in gerade einmal 3 Tagen. Nichts war kaputt gegangen, keiner von uns war Seekrank geworden, Lenny und Caro hatten allein nachts unseren 169m2 Drachen bei 6bft im Griff behalten. Ich war auch stolz auf mich, ich hatte unterwegs immer wieder die Leinenführung des Drachen korrigiert, den Hydrogenerator repariert und etliche Stunden Wache geschoben. Soweit das Kurzfristige.

Es sind nun genau 3 Monate, die wir auf dem Boot leben. Am 9.7. Hatten wir die Leonardo in Trogir bezogen. Wir sind tatsächlich ein Vierteljahr auf Reisen, wir vier und wir haben uns noch immer lieb! Enno und Lennard fahren trotz Pubertät mit uns, das allein ist schon toll und ich danke ihnen für ihren Mut!

Die Kanaren waren mein Ziel, bis hierhin wollte ich gern kommen und wir haben es geschafft! Wir haben es geschafft alle unsere Alltagsverpflichtungen hinter uns zu lassen und auf diese Reise zu gehen. Wenn man ehrlich ist sind wir keine großen Segler. Selbst in der Vereinswettfahrt unserer VWG, der Versehrtenwassersportgemeinschaft würden wir nie über einen mittleren Platz hinauskommen. Aber dennoch haben wir es sicher bis hierher geschafft und das macht mich sehr stolz. Soweit das mittelfristige.

Vor ungefähr 8 Jahren befanden sich Caro und ich in einer substanziellen Krise, es fehlte nicht viel zu unserer Trennung. Wir trennten uns nicht sondern machten uns auf einen langen und mühsamen Prozess der Annäherung und der Veränderung. Inzwischen haben wir uns beide beruflich verändert, haben viel über uns selbst gelernt und führen eine reifere und respektvollere Beziehung. Diese Reise wäre vor unserer Krise nicht möglich gewesen und sie ist für mich ein Symbol und ein Höhepunkt unseres Veränderungsprozesses. Ich danke Caro von Herzen dafür, dass sie diesen Prozess angestoßen hat und sich mit mir auf diesen anstrengenden aber großartigen und erfüllenden Weg gemacht hat. Dies waren die längerfristigen Gedanken und Gefühle, die mich bei der Ansteuerung Lanzarotes bewegten.

Es ist der 09.10.2019, der Tag des 80. Geburtstages meines Vaters. Ich denke an ihn und meine Mutter. Mein Vater hat mir als Kind das Segeln auf einem 420er beigebracht und mich mit 14 bzw. 16 zu Sportbootführerschein Binnen und See animiert. Ohne diesen frühen Segelerfahrungen hätte ich sicher nie das Selbstverständnis oder das Selbstbewusstsein erlangt, was ich brauche, um mir diese Reise zuzutrauen. Meine Mutter hat mir als Kind der Nordsee den gebührenden Respekt vor dem Meer mitgegeben aber auch eine große Portion Reise- und Unternehmungslust. Beide Eltern standen unserer Reise anfänglich skeptisch gegenüber aber trotz berechtigter Ängste haben uns beide unterstützt und unterstütze uns noch – emotional und praktisch. ich danke beiden sehr für das, was sie mir im Leben mitgegeben haben und für ihre Unterstützung. Das waren die langfristigen Gedanken, die mich bei der Ansteuerung der Kanarischen Inseln durchströmten.

Ich war auch ein gutes Stück stolz auf meinen Weg, auf das, was ich aus dem gemacht hatte, was mir gegeben war und über meine ganz eigenen Schritte.

Zu gute Letzt danke ich Gott. Ich bin kein religiöser Mensch aber ich glaube an eine Kraft, die uns begleitet, die alles zusammenhält. Das Meer und das Wetter sind unberechenbar und wir müssen loslassen können, um uns diesen Kräften anzuvertrauen. Wir sind gut begleitet worden und ich glaube wir werden durch ein gutes Karma beschützt, nennen wir es Gott oder auch irgendwie anders.

Nun könnt ihr vielleicht nachvollziehen, warum mich der Anblick von La Graziosa so überwältigte. Es war einer der bewegenden Momente meines Lebens und ich freue mich, diesen mit euch teilen zu können.

Lanzarote im Blick

Hab einfach Lust was zu schreiben wegen den tollen Kommentaren😊

Jetzt ist es fest! Ich werde am 6ten November zurück nach Berlin fliegen. Ich bin schon sehr aufgeregt auch wenn der Flug erst in knapp einem Monat ist. Aber es ist immerhin mein erster Flug alleine. Und ja leider muss ich in Berlin auch wieder zur Schule gehen. Aber ich freue mich auch schon auf die Schule denn man trifft mal wieder mehr andere Kinder. Hier ist es schon was besonderes wenn man auf irgendeinem andern Boat ein anderes Kind sieht was in deinem Alter ist. Und wenn er dann auch noch deine Sprache spricht muss er/sie dein Freund/in sein.😂 (Freue mich wie immer über Kommentare)👍

Angekommen in den Kanaren.👌

  1. Wir sind jetzt nach einer drei tages Überfahrt bei den Kanaren angekommen. Es ging meiner Meinung nach alles relativ gut ich musste nicht kotzen, der Wind war auch gut und wir waren ziemlich schnell. Und die Bucht in der wir jetzt sind ist es auch schön und wir haben mal wieder neue Leute kennengelernt. Aber dann in ungefähr drei Wochen werde ich für drei Wochen zurück nach Berlin fliegen und dort bei meiner Oma leben. Bin schon ziemlich aufgeregt und freue mich schon echt meine Freunde und so wieder zu sehen. Bin aber auch schon gespannt wegen der Kälte in Berlin. Hier fängt man zwar auch schon an zu merken dass es kälter wird. Aber ich hoffe auch dass ich in der Schule und so gut mitkomme. (Freue mich sehr über Kommentare).😊
Unsere Bucht und mein Lieblings Platz die Hängematte